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The Grinder FlascheEine trendige Etikette macht mich immer stutzig. Vielleicht bin ich da konservativ, zu konservativ. Warum soll der Auftritt eines Weins nicht auch zeitgeistig sein? Signalfarben – rot-weiss – ein Drehverschluss und eine altertümliche Kaffee-Maschine (Nostalgie), der knallige Name „Grinder“ (Mühlwerk) und das eindeutige Versprechen: Kaffee, Kaffee, Kaffee… Kann dies gut gehen? Dazu kommen noch der attraktive Preis – um 15 CHF, die etwas einfache Vermarktungsstrategie: „Lovely smokey aromas and a long smooth finish. Great example of quality Pinotage"und der relativ hohe Alkoholgehalt (14%), alles Eigenschaften, die mich von solchen Weinen fernhalten. Nein – der Wein ist kein Beispiel hoher „Pinotage Qualität“:; er zementiert viel eher all die Vorurteile gegen diese südafrikanische Rebsorte. Belanglos, sagte man, eindimensional, langweilig, uniform, ohne Raffinesse und Finesse. „Eine moderne Variante dieser klassischen südafrikanischen Rebsorte. Lange belächelt,“ so „KapWeine“. Es hat sich aber „die sogenannte «Coffee-Chocolate-Stilistik» beim Pinotage zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt. Und so begeistern unterdessen verschiedenste Vertreter dieses trendigen Weinstils Geniesser, die gerne vorurteilsfrei neue Tropfen probieren.“ The Grinder 2Mag sein, dass ich nicht vorurteilsfrei bin, jedenfalls begeistert mich der Wein nicht, und dies, obwohl ich „neue Tropfen“ liebend gerne probiere und mich durchaus als ein Liebhaber des guten Pinotage bezeichne. Ja, dieser Pinotage ist zu eindimensional, zu aufgesetzt, auf Schokolade, Kaffee und etwas süsser Frucht getrimmt. Für mich ist er so etwas wie ein Coca-Cola-Wein, eine Persiflage auf wirklich feingliedrige, harmonische, nachhaltige Pinotage. Man sage mir nicht, dies gäbe es nicht, ein Pinotage sei immer so. Stimmt nicht! Was daran stimmen mag, das ist das Anderssein, der andere, so gar nicht cabernet-merlot-like Geschmack. Er ist auch nicht shiraz-ähnlich und auch nicht im Einklang mit einer anderen verbreitete Rebsorte. Pintogage, der gute, der raffinierte, ist eigenständig. Zugegeben, er braucht etwas Kraft, etwas Power, um seine Eigenständigkeit unter Beweis zu stellen. Doch diese „Kaffee-Mühle“ ist mir zu einfach, plakativ, zwar nicht unattraktiv oder geschmacklich abstossend, viel eher prononciert geschmäcklerisch.

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