SIGN UP LOG IN

Da saß ich in einem kleinen, gepflegten Restaurant in einem Fremdenverkehrsort im südfranzösischen Weingebiet. Ich war allein und wollte am Mittag einen kleinen Imbiss einnehmen. Die Speisekarte: vielfältig, gebietsspezifisch, attraktiv; die Weinkarte beschränkt auf wenige „offene Weine“, Hausweine sozusagen. Gerade richtig zum kleinen Mahl: „Un quart de rouge en pichet“ (was so viel bedeutet wie: ein „Viertele“, bitte). Das „Viertele“ wurde aufgetischt, doch – der Wein war so gut wie ungenießbar. Nicht nur, dass er ein nichtssagender, billiger Massenwein war, er wurde auch viel zu kalt (offensichtlich direkt aus dem Kühlschrank) serviert, und war bereits oxidiert. Das soll ein „Hauswein“ sein? Normalerweise folgt da ein Disput mit der Wirtin oder dem Wirt. Diesmal aber bin ich tief ins Grübeln versunken, verärgert, deprimiert, ohne jegliches Verständnis, denn das gleiche passierte mir schon öfters, auch an Orten, wo Wein zur zentralen Gastro-Kultur gehört.

Calendar EVENTS NEAR YOU

Privacy Notice:

×
Cookies facilitate the provision of our services. By using our services, you agree that we use cookies.