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IMG_0004Sehr oft und immer wieder trifft jeder Weinfreund „alte Bekannte“, alte bekannte Weine. Man wechselt seine Vorlieben eben nicht so schnell, man bleibt niemandem so treu, wie sich selbst, wenn es darum geht, sich einen Gefallen zu tun. Dies gilt vor allem für den Wein (und das Essen). In der Wein-Werbung kennt man dieses Verhalten nur allzu gut, deshalb tauchen immer wieder „Neuentdeckungen“ auf; die neugierig machen und  – wenn alles gut geht – vielleicht auch neue Kunden bringen, Neuentdeckungen von einzelnen Weingütern, Weinen oder ganzen Weingegenden. Es gibt Weinhändler, die haben sich – nebst ihrem Stammsortiment – auf eben diese Neuentdeckungen spezialisiert. Das Resultat:ist dann oft ein Angebot eines „Probierpakets“ mit verschiedenen Weinen, zu guten Preisen, Weine, die aber recht schnell aus dem Sortiment verschwinden. Doch, wenn nur ein Wein Anklang findet, lohnt sich das Experiment sowohl für den Konsumenten als auch für den Weinhändler. Dieser Wein stammt aus einem solchen Paket. Das Weingebiet Sizilien, in seiner Eigenheit und auch in der Historie interessant, aber sicher nicht das, was hierzulande an italienischen Weinen nachgefragt ist. Es beginnt schon bei den Rebsorten. Nero d’Avola und Frappato – wer kennt die schon, wo doch so Cabernet Sauvignon und Merlot so hoch im Kurs stehen? Nero d’Avola ist fest mit Sizilien verbunden, eine Rebsorte, die tanninbetonte und temperamentvolle Weine hervorbringen kann„ so schmeckt Sizilien“, versichert man mir. Ich muss es glauben, denn ich weiss nicht wie Sizilien schmeckt. Eine neue Erfahrung? Will ich sie machen? Frappato, eine noch weit weniger bekannte Sizilien_388sizilianische Rebsorte – es soll nur noch etwa 900 Hektaren davon geben –, kenne ich nur aus der Weinliteratur. Sie liefert  Weine mit betont fruchtigem Erdbeeraroma, auch das sagt man mir. Und - bringt nun der Wein aus diesen beiden (schon fast) exotischen Rebsorten - die Anteile kenn ich nicht – eine neue Erfahrung? Ja und nein. Es stimmt: Etwas vom vielbeschworenen Temperament und feurigen Charakter find ich darin, doch das Temperament allein genügt mir nicht, es führt schon rasch einmal zur Langeweile. Ich suche die versprochenen Rosinen – die findet man in so konzentrierten Weinen fast immer – und auch ich finde sie hier, genauso wie die Dörrfrüchte… aber dann? Die Gewürze, die subtileren Noten, das Spielerische und Elegante scheinen mir darin versunken zu sein. Der Wein passt zwar ausgezeichnet zu den Cannelloni mit Spinat, die ich auf dem Teller habe. So macht der Wein auch Spass. Aber – würde ich ihn zu einer neuen Weinerfahrung erheben? Vielleicht, ich weiss es nicht, denn eine Flasche (Probierflasche!) genügt nicht, um Geschmacks-Gewohnheiten - so mir nichts, dir nichts - zu erweitern. Die Neugier hat durchaus etwas gebracht, ob das Erfahrene morgen schon vergessen ist? Ich vermute es!

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