SIGN UP LOG IN

DSC_0018Es gibt Weine, die sprechen mich an wegen ihrer Originalität. Allein schon der Name des Weinguts „Le chemin des Rêves“ (Weg der Träume) kann mich verführen, einen Wein in mein Glas zu bringen. Oft resultiert daraus eine herbe Enttäuschung. Originalität ist noch lange kein Garant für einen gut gemachten Wein. Hier offenbar schon! Ich habe den Wein, der sich Abrakadabra nennt, sofort ins Herz geschlossen. Es ist ein ehrlicher, guter, subtil vinifizierter Languedoc-Wein, ohne Schnörkel, wie der Name eigentlich vermuten lässt, eher bodenständig, vielleicht sogar traditionell. Bisher habe ich weder das Weingut, noch den Wein gekannt. Er fungiert kaum unter den „bekannten Languedoc-Weinen“ – und dies ist eigentlich schade. Hat Ehrlichkeit (gegenüber den Reben, dem Lesegut und der Vinifikation) im Weingeschäft keine Gültigkeit mehr. Ich bin froh, ist das Zauberwort nur auf der Etikette steht und den Inhalt der Flasche Aracadabraverzaubern soll, im Sinn von Zauberspruch gegen solides Handwerk. Dem ist hier nicht so. Syrah (40%), Grenache (40%) und Carignan (20%) prägen den Wein; er musste auch nicht ins Holz wandern, sondern (und dies ist vielleicht ein Nachteil) er wurde schon nach einem Jahr in die Konsumwelt entlassen. Er könnte also noch etwas Flaschenreife gebrauchen, er würde so runder und geschmeidiger, denn die Ecken einer ungestümen Jugend sind noch deutlich erlebbar. Nein, es ist nicht so, dass man den Wein unbedingt „haben muss“, weil er Einmaligkeit verspricht. Im Gegenteil: er ist so normal, so normal gut. Und dies schätze ich bei den vielen „Abacadabras“, die heute in den Weingütern – meist mit kräftiger Hilfe der Technik – angewandt werden.

Calendar EVENTS NEAR YOU

Privacy Notice:

×
Cookies facilitate the provision of our services. By using our services, you agree that we use cookies.